Lost Place: Kein Vogel sang

Im tiefen, tiefen Wald stehen sie, schweigend, grau, leer, verlassen. Das ehemalige russische Militärgelände aus Zeiten des Kalten Krieges liegt inzwischen unauffällig in der Natur eingebettet, teilweise sind die Gebäude gar nicht vom Hauptweg aus zu sehen, weil die Bäume, Büsche und hohen Gräser sie gut verdecken und tarnen. Fast schon könnte es ein Naturschutzgebiet sein, da es sumpfartige Bereiche gibt, die mich an den Spreewald erinnern.

Hätte ich gewußt, wie groß dieses Gelände tatsächlich ist, wäre ich früher los gefahren, zumal man vom Parkplatz aus nochmal gefühlt ewig lang durch den Wald läuft, bis man endlich das erste Gebäude erreicht. das ist echt ein Tagesprogramm, aber ein schönes, denn die Natur ringsherum schenkt einem gleichzeitig auch einen tollen Spaziergang.

Nach Ende des kalten Krieges fast vergessen, steht dieses weitläufige Gelände mit seinen vielen Gebäuden seit langer Zeit leer. Das Schulgebäude, das Theater und andere sind stark geplündert. Besonders Holzplanken und Parkett sind offenbar heiß begehrt. Wobei ich mich immer frage: “ Was will man mit diesem vermoderten Holz, das kann man doch eh nicht mehr verwenden…?!?!“. Auf jeden Fall immer wieder spannend, alte russische Relikte zu finden, selbst die an die Wände gemalten Sportzeichen. So etwas wird es ja nie wieder in der Form geben….

17 Kommentare

    1. Hallo Karel, ich recherchiere seit Jahren sehr viel und sehr gern, es macht mir grossen Spass, auf Spurensuche der Geschichte zu gehen und viel aus der Vergangenheit zu erfahren und vielleicht auch besser zu verstehen. Bei der Recherche, die sehr zeitintensiv ist, finde ich manchmal auch zufällig neue lostplaces. Die Suche ist anstrengend, aber auch aufregend 😉 .
      Tja, warum steht das alles nich da….ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Manchmal sind es ungeklärte Besitzverhältnisse, manchmal gehört es nicht der Stadt oder dem Land, manchmal fehlt das Geld für Sanierung, manchmal gibt es keine Investoren oder diese lassen es absichtlich verrotten, um auf dem Grundstück frisch zu bauen. In diesem speziellen Fall liegt das Gelände in einem Wald, Wohnungen wären wohl nicht erlaubt.
      Viele Grüße ☺

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  1. WOW – Frauke war an einem meiner Lieblingsorte unterwegs — der Stadt im Wald… auch wenn dieser Ort seit vielen Jahren Stück für Stück dem Erdboden gleich gemacht wird und somit jedes Jahr ein kleines Stück dieses Ortes verschwindet- im Amtsdeutsch heißt das Renaturisierung – sehenswert ist es immer noch. Und es stimmt – das Gelände ist verdammt groß….. Schmunzeln musste ich wirklich über den Titel dieses schön geschriebenen Beitrags – was für eine wundervolle Art von verstecktem Humor!
    Übrigens: jedes Jahr gibt es im Rahmen des „Brandenburger Konversionssommers“ die Möglichkeit, diesen Ort im Rahmen einer öffentlichen Führung zu entdecken (ist zwar etwas weniger romantisch, dafür bekommt man aber viel gezeigt, erklärt und es ist weniger gefährlich, als dort alleine durch das Gelände zu stiefeln 😉 )

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    1. Ah, wie schön, hier jemanden zu treffen, der auch schonmal dort war und mein Wortspiel bemerkt hat 😉😎. Ich war leider etwas spät dran und hatte auch die Weitläufigkeit unterschätzt, zumal man einige Gebäude tatsächlich kaum bis gar nicht zwischen den dünnen Bäumen sieht – man glaubt es kaum! Es hat sich inzwischen auch schon weiter zum Nachteil in sehr kurzer Zeit entwickelt, die Turnhalle ist arg zerstört.
      Von der Führung wusste ich bisher nichts, klingt aber interessant, weil ich sehr gern genaueres erfahre und solche Touren geen mal mitnehme (wie zB beim Olymp. Dorf -Beitrag folgt noch).
      Viele Grüße, F

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      1. Ich fand dieses Wortspiel so genial und wußte gleich, worum es geht… ich war schon ein paar mal dort – es ist unglaublich, wie schnell sich dieser Ort verändert hat. Schade, das er eines Tages vollständig verschwunden sein wird… ich versuche auf jeden Fall, im August bei einer der Führungen dabei zu sein, mal sehen, ob es klappt.

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    1. Hallo Ewald, ganz lieben Dank, und ja tatsächlich, die Bäume stehen wie Perlen auf der Schnur 😆. Das Gelände ist gar nicht so dicht bewachsen, möchte man meinen, und doch kann man ein Gebäude nicht dazwischen hindurch sehen. Ganz merkwürdig. Ich bin irgendwann querfeldein gestiefelt, weil ich vom Weg aus nicht einschätzen konnte, wo das nächste Haus ist 😅. Aber schön zu erleben, wie die Natur ihren Weg zurück erobert.
      Liebe Grüße, Frauke

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    1. Hallo Brigitte! Ach schön, es freut mich sehr, dass meine Beiträge auf Interesse stoßen und ich damit ein Stück Geschichte dieser einmaligen Orte näher bringen kann ☺. Es ist ja umso einmaliger, da es diese spezielle Vergangenheit mit den 4 Besatzerzonen und damit verbundenen Spuren eben nur in Deutschland gibt.
      Viele Grüße, Frauke

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