Winterwind in Kladow

Ich gehe gerne spazieren, doch, durchaus, ich bin sehr gerne draussen, ich mag ja die Natur. Ich mag es, frische Luft um mich zu haben, Tiere zu beobachten, mich in der Landschaft zu bewegen. Nur mit einem Naturkind habe ich so meine Probleme: dem Wind. Zugegeben, Regen ist auch nicht so meins, aber Wind ist echt ätzend. Man kommt nicht richtig vorwärts, alles vertüddelt sich, dauernd muss man den Schal neu ordnen, den Kragen festklemmen, am besten noch die Hosenbeine zuschnüren. Fotografieren ist auch mehr ein Proforma, bei dem man abwägen muss, ob man eher auf den geraden Winkel, den richtigen Ausschnitt oder die Gesamtschäfe verzichten kann, denn irgendwas davon wird vom Wind eh zerblasen. Ausserdem ist man mehr mit Nase putzen, Augentränen tupfen, Brille zurechtrücken und Haare aus dem Gesicht heraushalten beschäftigt als mit dem Motiv.

Warum ich mich habe breit schlagen lassen, bei diesen Winterverhältnissen, die mehr spätem Novemberwetter glichen, doch mit der Fähre nach Kladow zu fahren und dort am Wasser entlangzulaufen, ist mir auch nicht wirklich klar. Meine Beine waren schon nach kurzer Zeit ziemliche Eisstöcke, durch die Mütze drang zuviel Zugluft, die Finger wurden klamm. Und doch war es seltsamerweise eine Mischung aus Faszination und Herausforderung, in den Naturwidrigkeiten zu bestehen. Vielleicht auch das Erlebnis, so bewußt und intensiv zu spüren, was es bedeutet, auf einem Erdball zu leben, der sich um sich und die Sonne dreht und in diesem eiskalten Kosmos diesen einmaligen Wechsel aus Warm und Kalt, Trockheit und Nässe hervorbringt.

Ich werde sicherlich nicht dauernd bei dieser Feuchtwindnasskälte rausgehen, aber umso mehr schätzt man hinterher, wieder im gemütlich Warmen zu sitzen bei einer leckeren Tasse heissen Käffchen.

An dieser Stelle kann ich das niedliche „Winterfeldt“ empfehlen (ich möchte betonen: dies ist keine bezahlte Werbung, sondern meine persönliche Erfahrung und als kleiner Tipp gemeint 😉 ). Früher eine Apotheke, macht heute die Mischung aus Schokolagenverkaufsladen und Café eine charmante Gemütlichkeit aus, die sich besonders durch die noch teilweise vorhandene alte Holzausstattung ausstrahlt und eine angenehm ruhige Kulisse bietet.

12 Kommentare

    1. Dankeschön, Tanja, ich brauchte tatsächlich ein paar Stündchen, um wieder ganz trocken und durchgewärmt zu sein. Ich bereue den Spaziergang zwar nicht, würde ihn aber wohl eher nicht nochmal bei dem ungemütlichen Wetter machen 😅

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    1. Hallo Uwe, das freut mich sehr, und herzlich Willkommen!! Ich habe zwar nicht so oft Zeit zum Posten, dafür aber kompakter und vielseitig 😊. Ich wünsche Dir schonmal einen schönen Sonntag,
      viele Grüße, Frauke

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  1. Du wohnst in einer so wunderschönen Gegend. Ich habe deine Bilder genossen!
    Na, hoffentlich bist du wieder aufgetaut *lol*
    Heute Morgen hätte ich jedenfalls dein heimeliges Cafe nur zu gern aufgesucht!

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